Industrie & Umweltprobleme: Bitteres aus Bitterfeld

Industrie & Umweltprobleme: Bitteres aus Bitterfeld

Das elektrochemische Kombinat Bitterfeld war ein Grundpfeiler der DDR-Industrie. Das Produktionsprogramm des gesamten Kombinates, in dem über 32.000 Beschäftigte tätig waren, umfasste eine riesige Palette von ca. 4.500 verschiedenen Erzeugnissen. Das Chemiekombinat Bitterfeld war im Kern auf einem etwa 6 km² großen Industriegelände zwischen Bitterfeld und Wolfen angesiedelt.

Chlor IV galt bis zu seiner Stilllegung als modernster Chlorfabrikant Europas. Bei seiner Schließung nach der "Wende" verloren 4.500 Menschen ihre Arbeit.

Der riesige Chemiepark führte jedoch auch (vergleichbar mit dem westdeutschen Ruhrgebiet) zu großen ökologischen Problemen. Tatsächlich erkannte man das ab den späten 70er Jahren und begann hier zu handeln. Was meist unbekannt ist: Die DDR schrieb bereits im Jahr 1968 den Umweltschutz als Staatsziel in der Verfassung fest und gründete 1972 – bereits 15 Jahre vor der Bundesrepublik – ein eigenes Umweltministerium.

Das Chemiekombinat Bitterfeld wurde durch die Treuhandanstalt 1990 zur "Chemie AG Bitterfeld-Wolfen" privatisiert. Das war der Beginn eines schnellen Sterbens. Nur wenige Sahnestücke wurden von westdeutschen Konzernen gesichert, von den immerhin noch 18.000 Arbeitsplätzen im Raum Bitterfeld gingen zwischen 1990 und 1994 über 12.000 verloren.

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