Heute vor 75 Jahren, am 7. Oktober 1949, wurde die DDR gegründet, als Reaktion auf die Gründung der BRD 4 Monate zuvor. "Unsere DDR" war so nie geplant. Noch 1952 schlug die Sowjetunion den Westmächten eine Wiedervereinigung Deutschlands vor.
Deutschland sollte als unabhängiger, neutraler Staat mit demokratischer Regierung in Europas Mitte existieren. Zwischen den alliierten
Siegermächten sollte ein Friedensvertrag geschlossen werden, und alle vier sollten ihre Besatzungstruppen abziehen.
Die NATO-Westmächte lehnten den Vorschlag am 25. März 1952 ab.
Ab da war klar: Es würde für eine ganze Weile zwei deutsche Staaten geben.
NICHT VERKLÄREN, SONDERN ERINNERN.
Wir wehren uns gegen das Bild, das (man munkelt gewollt) vom Leben in der DDR gezeichnet wird. Wir waren kreativ, oft aus Mangel an Möglichkeiten. Wir schätzten kleine Dinge und kannten keinen Neid: Denn letztlich trugen wir alle die gleichen Klamotten und teilten dieselben Spielzeuge.
Es war sicher nicht alles rosig und vieles nicht leicht. Aber die Dinge waren ehrlicher.
Wir reparierten vieles, statt es wegzuwerfen. Wenn wir denn Dinge reparieren mussten. Unsere WM 66 Waschmaschine hielt (staatlich verordnet) mindestens 25 Jahre.
Wir waren gut untergebracht in KITA's, im Hort, im Ferienlager. Unsere Mütter lebten selbstbestimmt, berufstätig und sich ihrer selbst bewusst. Wir konnten als Kinder problemlos und sicher allein nach Hause gehen. Die Natur war unser Spielplatz. Wir kamen von der Schule, schmissen den Ranzen in die Ecke und kamen bei Einbruch der Dunkelheit mit aufgeschürften Knien nach Hause.
Wir sammelten & recycelten Rohstoffe Jahrzehnte vor dem grünen Punkt. Wir sammelten aus Solidarität für Vietnam, Angola und Kuba. Sigmund Jähn, Thomas Müntzer und Täve Schur waren unsere Helden. Frieden und Völkerfreundschaft nahmen wir mit der Muttermilch auf. Wir aßen regional, unser Leben erschien uns einfach, aber idyllisch: irgendwo zwischen Broiler, Pittiplatsch, Gojko Mitić, Datsche, Letscho und Brötchen für 5 Pfennig.