Die "Platte": als moderner Neubau Teil unserer Kindheit!

Die "Platte": als moderner Neubau Teil unserer Kindheit!

Kaum ein DDR-Bürger, der nicht in Plattenbauten wohnte - damals korrekterweise "NEUBAU" genannt.

Die Umgebung dieser Häuser, die kleinen Parzellen davor, drumherum und in naher Entfernung waren unfassbar bunt. Wir haben dazu noch Fotos: Hier blühte alles in buntesten Farben. Auch weil die Bewohner das oft als "ihr" Beet auffassten. Sicher auch, weil dann irgendwann ein quasi Wettstreit entstand.

Tatsächlich wurden Häuser, bzw. Mehrparteien-Eingänge in den (sogenannten) "Neubauten", auch ausgezeichnet - z.B. wenn deren Bewohner ihre Umgebung wirklich gut gepflegt, sauber und schön gestaltet hatten.

Man packte zusammen an: Ob beim Spielplatz für die zahlreichen Kinder aller Familien, beim Bäume pflanzen - oder beim Anlegen von Blumenbeeten.


Abbildung: "Subbotnik" - kollektiver Arbeitseinsatz rund um die eigenen vier Wände


In der DDR ging es hauptsächlich um Wohnraum. Und das ist auch verständlich - der konnte im großen Maß nur mit Neubauten geschaffen werden, nicht mit teuren Sanierungen uralten, maroden Baumaterials ohne Sanitärzellen usw. - von daher zielten die Investitionen hier darauf ab, Familien Neubauwohnungen zu bieten.
Das wurde auch geschafft - in in Europa einzigartiger Weise. Man mag heute Plattenbauten stilistisch ablehnen, für Familien damals waren sie perfekt und modern. Hunderttausende davon gingen in einer maroden BRD nach der "Wende" von Volkseigentum in die Hände großer Konzerne über. Das Resultat: eine nie gekannte Wohnungsnot - und riesige Gewinne für Konzerne, die heute diese Immobilien für das hundertfache (wie in Berlin) an die öffentliche Hand zurück verkaufen.

Die historischen Innenstädte der DDR mussten unter den Investitionen in modernen Wohnraum leiden, das ist wahr. Aber: Abgesehen davon, dass es in Bochum oder Gelsenkirchen in den 1980ern nicht anders aussah: wurde vielerorts jedoch bereits kräftig saniert in den 1980er Jahren. Unsere "Schnappschüsse" hier zeigen das. Auch die ab Anfang der 1990er ausgeführten Sanierungskonzepte vieler DDR-Städte wurden bereits in der DDR geplant und begonnen.

Schmierereien, Graffiti, Müll, Verdreckung und Verwahrlosung gab es rund um die "Neubauten" nicht. Fakt. Weil einfach jeder mit darauf achtete. Und ja: auch, weil der "bürgernahe Polizist" - aka der ABV - oft nur einen Eingang weiterwohnte. Kann man von halten, was man will: Heute wird versucht, "bürgernahe Polizeiarbeit" zu erschaffen. Die DDR hatte das bereits.


Abbildung: Die Umgebung der Neubauviertel war - heute oft nicht mehr vorstellbar) meist sehr gepflegt und einladend (wie hier in Potsdam)

Dazu packten oft alle im Neubaugebiet mit an: Pflanzten Sträucher, Bäume, mähten usw. - die mit großen, bunten Blumenbeeten umgebenen (damals modernen!) Neubauten waren Teil UNSERER Kindheit.
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