Hab’n se nicht noch Altpapier: Die SERO

Hab’n se nicht noch Altpapier: Die SERO

Hab’n se nicht noch Altpapier,
liebe Oma, lieber Opa,
klingeling, ein Pionier, klingeling, steht hier, ein roter

hab’n se nicht noch Altpapier,
Flaschen, Gläser oder Schrott,
klingeling, schnell geb’n se’s mir – sonst holt sich‘s die FDJ! 😁

Wir zogen damals von Haustür zu Haustür und sammelten Altpapier (meist Zeitungs- und Zeitschriftenbündel, seltener Pappe, Kartons und Bücher), leere Flaschen und Gläser, darunter viele Einmachgläser, um sie gegen Geld beim Altstoffhandel abzugeben. Oft war die Altstoffsammlung ein Schulevent – wir sammelte klassen- und schulweise, um unsere Klassen- und Schulkassen aufzufüllen oder Spenden für Hilfsaktionen wie "Solidarität mit den Völkern der Welt", "Solidarität mit Vietnam", "Hilfe für den Wiederaufbau in Vietnam", "Hilfe für Mosambik, Angola" aufzubringen.

Die DDR verringerte massiv das Müllaufkommen, indem der Verpackungsanteil am Produkt minimiert und Verpackungsmaterialien vereinheitlicht wurde. Für den Rückfluss der recycelbaren Wertstoffe in den Rohstoffkreislauf wurde das flächendeckende Netz der SERO aufgebaut.

Übrigens: Das viel später in der BRD eingeführte Pseudo-Recycling-System "Grüner Punkt" hat nach wissenschaftlichen Untersuchungen seit seiner Einführung zu keinerlei messbarer Müllvermeidung geführt.

Ganz im Gegensatz zum SERO-System der DDR:
Die BRD-Recycling-Expertin Susanne Hartard erhielt im Sommer 1990 vom Bundesministerium für Forschung, Wissenschaft und Technologie den Auftrag, das SERO-System im Hinblick auf dessen Fortführung in einer zukünftigen Kreislaufwirtschaft zu untersuchen. Nach zwei Jahren Untersuchung kam man zu dem fundierten Schluss, das System sei ausgesprochen effizient und fortschrittlich und plante, es in angepasster Form für das neue, vereinte Gesamtdeutschland fortzusetzen.

Und dann? Nichts. SERO musste sterben. Vielleicht einfach, weil nichts Gutes aus der DDR überleben durfte? 😉

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